Archiv der Kategorie: Sondermüll

semi

Ich weiß nicht, was schlimmer ist, dass ich weiß, dass es in diesem Moment schief läuft oder dass ich es nicht schaffe, es zu ändern. Es sind diese Momente, die auf das Gefühl folgen. Das Gefühl, sich im Bett einrollen zu wollen und nicht mehr aufzustehen. Und diese Momente, in denen ich vielleicht schon die vierte Folge einer Serie gucke, anstatt den  Abwasch zu machen oder mich bei Freunden zu melden. Oder der Moment, in dem ich zum fünften Mal innerhalb von zwei Minuten meine Mails abrufe, anstatt mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Und ich weiß, dass es nicht gut ist. Ich sehe mich selbst hier sitzen, Smarties in mich reinstopfend. Um mich herum bleibt alles liegen. Dabei könnte ich noch so viel schaffen.

Schrieb ich noch und dachte, dass es mir gut geht. Ist es so, oberflächlich gesehen. Doch ich frage mich, ab welchem Punkt ich anfange, mir das einzureden. Dass alles gut ist, dass ich glücklich bin. Denn das bin ich nicht. Semi-glücklich vielleicht. Meine tolle, neue Wohnung; Sinnbild für alles, was ich nicht haben konnte und vielleicht nie haben werde. Die Telefonate mit meinen Eltern, jedes Mal einmal mehr deutlich, wofür ich mich entschieden habe. War es denn richtig?

War es richtig. War es richtig. Ich weiß es nicht. Ich sitze nur hier, allein. Zähle Minute um Stunde, weil niemand da ist, der mich ins Bett bringt.

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Abgesagt.

„Danke für die Einladung, aber wie du sicher schon erwartet hast werde ich nicht zu deiner Einweihungsfeier kommen.“

Jajaja, ja! Natürlich habe ich es erwartet. Und trotzdem gehofft. Nach deinen letzten Worten und dem Nicken, als ich noch mal nachfragte, bei unserem Abschied. Es gab mir diese kleine Hoffnung. Dass du doch nicht restlos aus meinem Leben verschwindest.

Ich hasse es, Menschen, die ich in mein Herz geschlossen habe, einfach so gehen zu lassen. Denn jetzt fehlst du. Die Fotos vom letzten Tag lösen in mir Beklemmungen aus. Irgendwo schmerzt es.

Es gibt diese Momente, in denen ich dich gern anrufen würde. Mal wieder mit dir reden. Was von dir hören. Rumflachsen, Müll labern und dumme Dinge tun. Wie viel haben wir zusammen gelacht. Und geschmunzelt. Dieses Blitzen in den Augen und ein gutes Gefühl.

Du wusstest immer was zu sagen. Besonders, wenn es mal nicht lief. Hast mir noch die dümmsten, merkwürdigsten oder persönlichsten Fragen beantwortet. Um mein Weltbild zu richten, meine Gedanken zu sortieren. Damit es mir besser geht.

Du brauchtest nie Hilfe von mir. Das Einzige, was ich dir gebracht habe, waren wahrscheinlich Probleme. Und so mache ich nun das, was es braucht, damit es dir wieder besser geht. Nichts.

Ich hasse es. Ich will es nicht. Und es tut verdammt weh.

Nevermind.

So viel, an dem der Kopf zerbrechen kann. Einiges, über das das Herz stolpern kann.

 

Geschützt: Where do we go from here?

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Willkommen an Board.

Seit zwei Monaten habe ich die Wohnung hier nun gemietet, Ende August bin ich umgezogen, ab Ende September war ich regelmäßig hier und heute gab’s einen kleinen, weiteren Schritt: Meine Namensschilder sind angebracht.

Der Weg führt mich vielleicht irgendwann zu einer Art Alltag, in dem ich mich wohl fühle. Momentan sind die Schritte klein und manchmal geht’s auch mehr zurück als nach vorn. Nur, dass es auch kein wirkliches Zurück gibt. Es ist schwierig. Im Hinterkopf immer die Gedanken an alles, was schief gelaufen ist. An Seifenblasenhoffnung und Flauschewolkenluftschlösser, die erstmal gestorben sind.

Eine andere, angehörige, Baustelle ist die Arbeit. Mal wieder alles neu und zudem noch anders als bisher gekannt. Kleine Firma und trotzdem viele Namen. Neues fachliches Themengebiet, komplexe technische Anwendung und mal wieder die Erkenntnis, dass ich noch nicht annähernd so gut in meinem Handwerk bin, wie ich gern wäre nach drei Jahren Studium. Und trotzdem ein paar kleine Schritte: ein Schlüsselanhänger, Linux, ein „Willkommen an Board“ vom Chef und heute endlich auch was Praktisches.

Ansonsten dauert es, aber ich bin ungeduldig. Will, dass „alles endlich gut“ wird. Und alle sagen mir, das braucht halt seine Zeit, um sich einzupendeln. Ich weiß das und will trotzdem nicht warten. Ich bin ungeduldig. Möchte aus diesem Zustand raus. Aus dem Gedankenkarussell, das sich immer wieder selbst andreht. Es nervt.