semi

Ich weiß nicht, was schlimmer ist, dass ich weiß, dass es in diesem Moment schief läuft oder dass ich es nicht schaffe, es zu ändern. Es sind diese Momente, die auf das Gefühl folgen. Das Gefühl, sich im Bett einrollen zu wollen und nicht mehr aufzustehen. Und diese Momente, in denen ich vielleicht schon die vierte Folge einer Serie gucke, anstatt den  Abwasch zu machen oder mich bei Freunden zu melden. Oder der Moment, in dem ich zum fünften Mal innerhalb von zwei Minuten meine Mails abrufe, anstatt mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Und ich weiß, dass es nicht gut ist. Ich sehe mich selbst hier sitzen, Smarties in mich reinstopfend. Um mich herum bleibt alles liegen. Dabei könnte ich noch so viel schaffen.

Schrieb ich noch und dachte, dass es mir gut geht. Ist es so, oberflächlich gesehen. Doch ich frage mich, ab welchem Punkt ich anfange, mir das einzureden. Dass alles gut ist, dass ich glücklich bin. Denn das bin ich nicht. Semi-glücklich vielleicht. Meine tolle, neue Wohnung; Sinnbild für alles, was ich nicht haben konnte und vielleicht nie haben werde. Die Telefonate mit meinen Eltern, jedes Mal einmal mehr deutlich, wofür ich mich entschieden habe. War es denn richtig?

War es richtig. War es richtig. Ich weiß es nicht. Ich sitze nur hier, allein. Zähle Minute um Stunde, weil niemand da ist, der mich ins Bett bringt.

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