Klausurbedingungen.

Heute schrieben wir die Klausur in „Data Warehouse & Data Mining“. Zur Klausur selbst gibt es gar nicht so viel zu sagen. Die Fragen waren ok, teilweise etwas merkwürdig und offen formuliert. Wird schon was okay-es bei rumkommen. Zumal das mit der Datenbanken II-Note verrechnet wird, die bei mir ziemlich gut war.

Erstaunlich war heute erstmal, dass der Dozent selbst Aufsicht geführt hat. Denn nach letzten inoffiziellen Informationen hieß es, dass externe Dozenten keine Aufsicht mehr machen müssen / dürfen. Das Nervige an solchen Situationen ist, dass ständig irgendwer auf die Idee kommt irgendeine Frage stellen zu müssen. Dann latscht der Dozent überall rum und es wird dauernd geflüstert. Fördert nicht unbedingt die Konzentration. Eine Kommilitonin von mir nimmt sich dagegen Ohrstöpsel mit, aber die Dinger find ich doof.

Die zweite und für mich bemerkenswerte Sache waren die Klausurbedingungen bzw. Voraussetzungen, wenn man es so nennen will. Dass wir (bei genügend) Platz weit auseinander sitzen, ist ja selbstverständlich. Dafür wird ja auch ein großer Hörsaal gebucht. Allerdings mussten wir 1. unsere Taschen an die Seite stellen (also außer Reichweite), 2. unsere Handys beim Dozenten abgeben und 3. haben wir Papier von ihm bekommen.

Ich weiß nicht, wie es an „normalen“ Hochschulen / Universitäten läuft, aber das ist jedenfalls nicht Standardprozedere an der DHBW. Und ganz ehrlich, auch wenn mancher mosern mag wegen des Handys oder anderes, ich fand das sehr gut.

Denn in anderen Klausuren war es oft so, dass alle Nase lang irgendwer auf die Toilette gerannt ist. Wobei ich mir relativ sicher bin, dass nicht alle wirklich mussten, sondern eher auf dem Handy gespickt haben. Manche geben das ja sogar ganz offen zu. Ich weiß, dass es immer mal vorkommen kann, dass man sehr dringend muss, ging mir auch schon so. Aber gerade bei einer 90-Minuten-Klausur, muss ja nun nicht der halbe Kurs rausrennen, oder sind die alle noch Pioniere?

Letztendlich kann (oder könnte?) es mir egal sein, wer spickt oder nicht. Ein Kommilitone meinte heute, dass er sich seine (schlechten) Noten alle selbst erarbeitet hat. Auf der einen Seite geht es dabei um das eigene Gewissen. Ich würde mich nicht wohl fühlen, wenn ich gute Noten durch Betrug bekommen würde. Ich weiß, dass es da viele gibt, die anderer Meinung sind. Dürfen sie gern haben. Aber auf der anderen Seite steht das Gesamtbild. Und wenn eine Aufgabe in der Klausur vom normalen Standpunkt aus ziemlich schwer war und kaum einer die beantworten konnte, dann fällt das dem Dozenten vielleicht / hoffentlich auf. Haben nun aber mehrere – auf Grund ihrer Nachguckerei – die Aufgabe richtig gelöst, denkt sich der Dozent, dass die Aufgabe machbar war. Und damit ist die nachträgliche Skalierung der Bewertung hinfällig.

Den Schaden haben letztendlich die Ehrlichen. Und Aussagen wie: „Tja, hätteste halt auch gespickt“, sortiere ich gleich aus.

Ein anderer Gedanke dazu ist vielleicht, dass die mit den erschlichenen guten / besseren Noten dann eher einen Job bekommen. Doch da denke ich mir, dass es darauf einerseits nicht unbedingt ankommt und andererseits fällt ja spätestens in der Probezeit dann auf, dass die keine Ahnung haben.😛

14 Gedanken zu „Klausurbedingungen.

  1. Ninchen sagt:

    Also an „normalen“ Hochschulen wird das ganze auch höchst unterschiedlich gehandhabt😉
    Nichts desto trotz finde ich es ein wenig übertrieben, sich dermaßen zu echauffieren. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Ob er dabei eher auf zweifelhafte „Schmiedetechniken“ setzt, obliegt jedem selbst.

    Am besten die Dinge einfach mal gelassen sehen😉

  2. miko sagt:

    Ach, na ich reg mich ja gar nicht (mehr) drüber auf. Soll jeder seine Sache machen, hab ich imho auch geschrieben.

  3. Miss Ping sagt:

    Bei uns, zum Beispiel, sitzen wir sehr weit auseinander. Wir müssen die Taschen hinter uns legen, dass wir nicht rankommen, und die Handys ausmachen. Wenns piepst bedeutet das nicht bestanden. Fragen werden keine gestellt. Melden bedeutet entweder, das gestellte Papier ist voll und man braucht neues oder man muss auf Klo oder man ist fertig. Ruhe ist demnach auch gesichert.😀 Aufsicht haben immer mindestens zwei Leute, meistens Mitarbeiter der entsprechenden Institute. Einmal kannte ich eine Aufsicht von der eigenen Arbeit, das war dann schon komisch. Es geht also sehr geordnet bei uns zu😀 Ich kenne aber auch Studiengänge, bei denen das wesentlich lockerer läuft.
    Das mit dem Spicken muss jeder selbst wissen. Ich würde es nicht tun. Ich habe mir meine (schlechten) Noten also auch selbst erarbeitet😀 Aber ich bin halt auch eher der Praxismensch und immerhin das klappt ja.😀

    • miko sagt:

      Find ich gut so, wie das bei euch läuft. Ein Standardverfahren wäre bei uns auch nicht verkehrt. Aber im Prinzip sollten Klausuren ja eh so gestellt sein, dass man eher Verständnis als Wissen (Auswendiggelerntes) abfragt. Von daher würde dabei dann spicken auch nicht wirklich fruchten. Liegt dann wohl wieder an den Dozenten.

  4. Inu sagt:

    Bei mir an der Uni waren die Prüfungsbedingungen vom Professor abhängig.
    Bei dem einen kam auch Platzschilder zum Einsatz, so dass keine Grüppchenbildung möglich war. Die Mobiltelefone wurden aber nie eingezogen (warscheinlich weil noch keiner die Gefahr richtig erkannt hatte… damals).

    Das schlimmste ist: wenn mal ein Ehrlicher spickt dann ist es gleich Schulgespräh (und zwar für die nächsten Wochen).
    Ich gebe es zu, in der Schule habe ich einmal ganz bewusst gespickt und wurde erwischt. Man konnte es mir an der Nase ansehen -.-

    • miko sagt:

      Ich glaube, ob man schummelt ist ganz stark abhängig vom Charakter und den eigenen Einstellungen und Wertvorstellungen. Und darüber lässt sich schlecht diskutieren oder ein Konsens finden. Trotz allem scheint es ja ein recht sensibles Thema zu sein.
      Aber wenn man es schon macht, dann sollte man sich dabei nicht erwischen lassen😉

      • Inu sagt:

        Damals war ich noch jung und unreif ^^ und ungeschickt

        Mittelweile bin ich ja auch eine ehrliche Haut… teilweise auch etwas zu ehrlich. Aber dafür kann ich, ohne rot zu werden, in den Spiegel schauen.

  5. Ewald sagt:

    Wer das System nicht ausnutzt, ist selbst schuld. Wenn die Dozenten die Bedingungen beliebig einfach gestalten für Leute, die schmuen wollen, dann kann man es keinem verdenken, der das zu seinem Vorteil verwendet. Es gehört im Leben dazu, die Rahmenbedingungen bestmöglich auszureizen.
    Wer ins Risiko geht, verdient auch eine Belohnung, in diesem Fall bessere Noten, als Leute, die sich nicht zu helfen wissen.

    • miko sagt:

      Ewald, du hast offensichtlich nicht nur meinen Post nicht richtig gelesen, sondern auch die Intention dahinter nicht verstanden.
      Deine Meinung zur „Ausnutzung des Systems“ lass ich dir gern. Ich persönlich sehe das anders, aber das ist ja jedem seine Sache.😉

  6. Ninchen sagt:

    Naja liebe Miko, ich denke schon, dass Ewald deine Beitrag gelesen und auch verstanden hat. Nur deine Intention erscheint relativ zweideutig. Einerseits ist es dir „egal“, dass Leute spicken, andererseits echauffierst du dich darüber.
    Grundsätzlich gilt es – und das wirst du in deinem späteren Leben noch häufig feststellen – einen Vorteil für sich zu nutzen, bevor Andere ihn erkennen und gegen dich anwenden!

    • miko sagt:

      Das ist meiner Meinung nach eine Gewissensfrage. Ich persönlich würde höchstwahrscheinlich keine unlauteren Mittel einsetzen, selbst wenn ich etwas noch so sehr wollte.

      Es ist ja offensichtlich schwierig über Ungerechtigkeiten zu reden. Natürlich finde ich es nicht gut, wenn andere schummeln – und das hat ja nichts mit echauffieren zu tun -, trotzdem ist es mir (inzwischen) egal. Denn so lange wie ich mit meinem Gewissen im Reinen bin, ist für mich alles ok.

  7. Also das man aufgrund besserer Noten besser Arbeit bekommt habe ich damals anders erlebt während meiner Schulzeit. Als ich in der Abschlussklasse war, fanden alle einen Ausbildungsplatz und das auch recht fix, aber die 3 Besten der Klasse waren so ziemlich die letzten obwohl sie sich sehr fleißig beworben hatten.
    Also genrell kann man das nicht sagen.
    Aber ich finde es richtig nicht zu spicken. Eigentlich traurig das es immer noch Leute gibt die das tun. Mir wäre absolut unwohl dabei und würde spätestens am Ende das ganze zugeben. Ehrlichkeit siegt, finde ich.
    Viele Grüße Martin

    • miko sagt:

      Danke für deinen Kommentar, Martin.🙂 Ich sehe das ganz ähnlich mit dem Unwohl-Gefühl.

      Ich habe heute auch noch mal mit einem Kommilitonen darüber geredet. So hinterher was zu sagen á la „Ja, in der Klausur hat $Student geschummelt“, bringt eher nichts. Allerdings sollte man meiner Meinung nach die Möglichkeiten von vornherein ausschließen, damit das „System“ gar nicht erst ausgenutzt werden kann.

      Gruß,
      miko

      • Da hast du natürlich Recht. Finde es auch gut, wenn dort entsprechend vorgegangen wird. Gerade im Interesse der Leute die ehrlich und hart dafür gelernt haben.
        Nur leider wird dieses harte Durchgreifen viel zu wenig praktiziert.
        Gruß Martin

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: