Behalt’s für dich. Und dann?

Ja, ich sage, was ich denke, ungeschönt. Damit trete ich vielleicht jemandem auf den Schlips, aber das nicht absichtlich. Mir liegen oft spitze Kommentare auf der Zunge. Manchmal trage ich auch mein Herz dort. Doch ich sage das, was ich in diesen Momenten denke, nicht. Nicht mehr. Früher, ja. Aber jetzt nicht mehr. Ich denke fünf Mal darüber nach, ob ich etwas sage. Warum? Weil ich nicht ungerecht sein will, zum einen. Zum anderen weil ich niemanden verletzen will. Schon gar nicht jemanden, der mir wichtig ist. Doch am Ende des Tages frage ich mich dann, wohin mit damit? Der Gedanke ist ja nicht weg, nur weil ich ihn nicht ausgesprochen habe. Im Gegenteil, er ist noch viel präsenter und beschäftigt mich. Warum sprechen wir Dinge nicht aus? Weil wir drüber nachdenken und merken, dass das, was man da sagen möchte, Konsequenzen haben kann. Sind es Dinge, die wir nicht wahrhaben wollen? Die durch das (unbedachte) Aussprechen greifbare Formen annehmen, statt wie Nebel durch unsere Gedankengänge zu wabern? Vielleicht sind es auch Gedanken, die noch nicht zu Ende gedacht sind. Die ausgesprochen keine endgültige Form hätten. Man sich dann aber erklären müsste. Also lasse ich es lieber gleich bleiben. Weil ich dieses unterschwellige, wabernde, köchelnde, schmelzende Gefühl nicht erklären kann. Es ist einfach da. Ich kann es nicht greifen. Aussprechen schon gar nicht. Wer würde es auch verstehen, wenn ich selbst es schon nicht kann?

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