Coming up: Datenbanken-Klausur

Donnerstag, 28. Juli 2011: 14 bis 15.30 Uhr

Es ist so frustrierend und furchtbar ärgerlich. Was haben wir am Anfang des Semesters geredet und diskutiert und geklärt und getan. Und letztendlich hat sich doch nichts, absolut und einfach gar nichts geändert. Die Veranstaltung „Datenbanken“ war dieses Semester noch schlechter als im letzten. Vermutlich weil der Dozent (im folgenden Herr P. genannt) sie noch nie in dieser Art gehalten hat. Normalerweise lässt er die Studenten nämlich ein Projekt machen. Eine Anwendung, die mit einer Datenbank interagiert – so á la Lagerverwaltung. Tja, Pech nur, dass wir den Kram schon im letzten Semester in Software-Engineering gemacht haben und wir – im Gegensatz zu gewissen anderen Leuten – tatsächlich was lernen wollten und die Projektidee abgelehnt haben. Böser Fehler! Der P. ist auf so was nämlich gar nicht vorbereitet. Aber statt mal was zu machen, stellt er sich vorne hin und trägt uns weiter aus einem geklauten Skript vor. Vielleicht erinnert sich der Ein oder Andere noch hieran.

Nun nach drei Monaten dieser so unfassbaren Vorlesung steht natürlich auch die Klausur an. Und wir haben einfach absolut keine Ahnung, was da auf uns zukommen wird. Die (zwei) Übungsblätter, die wir dieses Semester bearbeitet haben, sahen in etwa so aus: „Überschrift Thema, Aufgabe 1 – 5: Vollziehen Sie die Beispiele von Folien x – y theoretisch und praktisch nach.“ Ja suuuper. War manchmal interessant, oft total sinnlos oder nicht mal umsetzbar.
Dann fragte ich den P., ob er uns nicht eine Probeklausur geben könnte. Hat er ja im letzten Semester auch gemacht und laut Studiengangsleiter ist diese Frage von uns durchaus berechtigt. Reaktion P.: „Nein, das ist zu viel Aufwand. Aber Sie könnten sich ja mal selbst Gedanken machen und mir dann Ihre Vorschläge mitteilen.“ Bitte?! Aber gut. Es gab sogar den ein oder anderen Kommilitonen, der ein paar Fragen geschickt hat. Die wurden dann als Micky-Maus-Klausur abgetan. Was ist bitte an klassischen Wissensfragen sowie Transferaufgaben Micky-Maus? Ach ja, richtig. Das können wir ja alles nachlesen. Das Internet ist die kollektive Gehirnrinde. (sic!) Aber was bitte, sollen wir dann morgen beantworten? Nach dem Debakel der letzten Klausur, in der wir Internet benutzen durften (ihr könnt euch sicherlich denken, was passiert ist), ist das nun nicht mehr möglich.

Was wir wissen:

  • Wir schreiben in einem unserer „Labore“. Die Rechner werden vorbestückt sein mit MySQL und den Administrator-Tools.
  • Wir werden die gute, alte Sakila einspielen müssen. (Das dürfen wir übrigens auch schon vorher machen, falls was nicht auf Anhieb klappt.)
  • Wir dürfen uns alle Unterlagen mitnehmen und das Manual aus dem Query-Browser benutzen.
  • Wir müssen diesmal kein SQL-Skript schreiben.

Schön und gut. Aber inhaltlich?
Naja, dachte ich mir. Dann guck ich mir mal das Skript an, das Herr P. uns die ganze Zeit so schön vorgelesen hat. Das ist nämlich mit Abstand das Beste an dieser Vorlesung. Hat ja P. auch nicht selbst gemacht. Ich bin ja erstaunt, wie viel er geschafft hat. Bedenkt man, dass er noch die Hälfte der Vorlesungszeit mit jedem Einzelnen von uns die Lösungen der letzten Klausur besprochen hat. Jetzt habe ich’s mir halt angeguckt. Etwas schlauer bin ich nun. Ich weiß ein bisschen was zu Transaktionen, Serialisierbarkeit, Konsistenzerhaltung und Integritätsbedingungen. Ein bisschen. So an der Oberfläche gekratzt. Denn das Interessante, was mal etwas ins Detail gegangen ist, haben wir nie gelernt. Vorgelesen hat er es uns, aber hat man mal nachgefragt, ist P. ganz schön ins Straucheln geraten. Er hat eben doch keine Ahnung. Und wenn ich mir das Skript so ansehe, verdammt hätten wir ’ne coole Vorlesung haben können!

Nur so nebenbei weiß ich nicht mal, ob mir das nun was für die Klausur gebracht hat. Ich bin ja echt gespannt, was da morgen auf uns zu kommt. Ich seh’s jetzt schon, dass wird eine Katastrophe. Und wir können nicht mal was machen. Weil es keinen Dozenten gibt, der diese Vorlesung sonst halten würde, können die den P. nicht rausschmeißen. Traurig. Wir stehen nur mit den miesen Noten da und dürfen unser blaues Wunder erleben, wenn es an die Bewerbungen geht. Na, Danke.
Aber es nützt alles nichts. Will nur hoffen, dass wir da (gut) durchkommen und Herrn P. nie wieder sehen müssen.

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