Lieber Busfahrer,

warum bist du eigentlich Busfahrer geworden?

Jeden Morgen das gleiche Spiel. Nach der morgentlichen Routine – duschen, anziehen, frühstücken, öffentlichkeitgs-tauglich aufhübschen – der Blick auf den Fahrplan und zehn Minuten vor Abfahrt geht’s los, Schuhe, Mantel, iPod und hopp.

Knapp sieben Minuten laufe ich zur Haltestelle. Vorbei an der Berufsschule, Richtung Nordalle zur großen Haltestelle. An der Ampel stehe ich immer lang, die ist aber auch blöd geschalten.

 Seit vier Wochen ist es nun jeden Morgen das Gleiche. Das weiß ich so genau, weil heute ein neues Monatsticket fällig war. Das gibt es beim Busfahrer. Also steige ich vorn ein, „Ein Monatsticket, bitte.“ Der Busfahrer, den kenne ich schon – der fährt so schnell um die Kurven – legt das Ticket hin, stempelt das Datum drauf und ich reiche ihm zwei Fünfziger. 75 €uronen kostet das Stück Papier. „Geht’s nicht kleiner?“, mufft er mich an. Nein, geht’s nicht, aber der Fahrgast nach mir hat’s passend und ich bekomme mein Wechselgeld.

Als ich auf meinen Platz (dritte Reihe, links, hinter dem Busfahrer, jeden Tag) gehe, höre ich, wie er sich mit der Passagierin in der ersten Reihe unterhält… „Das hält immer auf“, er mosert noch über den Ticketverkauf.

Das ärgert mich dann schon ein bisschen.

Lieber Busfahrer, warum bist du Busfahrer geworden? Hier ein paar Vorschläge, wie du nichts mit Fahrgästen zu tun haben musst und einfach nur fahren kannst:

  • Werde Trucker, da kannst du den lieben langen Tag durch die Gegend düsen und musst nicht mal anhalten, um lästige Fahrgäste einzuladen.
  • Verkaufe keine Tickets und lass alle kostenlos fahren. Die Unkosten werden bestimmt durch die EU getragen – grenzüberschreitender Verkehr und so – oder mit deinem Gehalt verrechnet.
  • Schule um auf Rennfahrer. Da ist die Strecke immer frei und du kannst so schnell fahren wie du willst.

 Mehr fällt mir gerade auch nicht ein. Wenn unter diesen drei Punkten keine Möglichkeit für dich dabei ist, dann musst du wohl Busfahrer bleiben.

Vielleicht magst du ja auch irgendwann mal zurückgrüßen, wenn ich dir beim Einsteigen einen Guten Morgen wünsche.

2 Gedanken zu „Lieber Busfahrer,

  1. nussundpoint sagt:

    Glaube, Busfahrer sind eh so ’ne eigene Spezies. In letzter Zeit scheint es zwar aufwärts zu gehen, aber ganz lange traten mir diese Menschen beinahe nur als Muffelköpfe entgegen, die halt mal ihren Job machen, ne?

    Die Nuss

    • miko sagt:

      Und Busfahrer sind ja nicht die Einzigen. Hab auch oft genug schon richtig schlecht gelaunte Kassiererinnen erlebt. Gerade vor den Kunden sollte man sich dann doch zusammenreißen.
      Ach, ich find’s immer komisch. Ich mein, die Leute wissen doch, dass sie mit Menschen zu tun haben werden, wenn sie den Beruf wählen.
      Okay, einen schlechten Tag kann jeder mal haben. Nur, wenn’s öfter vorkommt, finde ich es doof.

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