„Wir danken für Ihr Verständnis.“

Die Bahn. Täglich habe ich mit ihr zu tun. Bringt sie mich doch jeden Morgen auf die Arbeit und jeden Nachmittag wieder nach Hause. Manchmal auch in die Heimat zu meinen Eltern.

Geärgert habe ich mich wie viele schon sehr oft über die Bahn. Doch jede Unzufriedenheit hat sich irgendwann auch wieder gelegt. Nicht schön, aber passiert nun einmal. Da kann man nichts machen, oder?

In der letzten Woche sind die Bahn und ich allerdings definitiv keine Freunde geworden.

Montag. Wie jeden Morgen bin ich unterwegs zur Arbeit. Am Hauptbahnhof komme ich, auf Grund des Straßenbahnfahrplans, schon etwa zehn Minuten bevor der Regionalzug losfährt an. Dieser pendelt stündlich zwischen meinem Wohnort und der Arbeitsstadt. Schon als ich auf das Gleis komme, wird eine Verspätung von circa 20 Minuten angezeigt. Okay, denke ich mir, holst du dir noch eben einen Kaffee und ein belegtes Brötchen beim Bäcker. Es gab noch kein Frühstück. Keine fünf Minuten später stehe ich wieder auf dem Gleis, die Verspätung hat sich indessen auf 30 Minuten erhöht. Aha?! Die Ansagerin ist sich da allerdings auch  noch nicht so sicher. Mal sind es dreißig Minuten wegen hoher Streckenauslastung, mal vierzig wegen eines Triebwerkschadens. Als der Zug endlich einrollt, ist es schon fast hell und ich bin total durchgefroren. Als wäre eine Verspätung von rund 30 Minuten auf einer Fahrzeit von einer Stunde nicht schon genug, bleiben wir unterwegs noch etliche Male wegen Überholungen durch InterCityExpresse stehen. Viel später als geplant komme ich letztendlich doch irgendwann auf Arbeit an. Der Tag hat ja schon schön angefangen.

Dienstag. Am Wochenende spontan geplant: Ein gemütlicher Abend bei einer Freundin. Der Weg dahin mit Regionalbahn. Ein Ticket konnte ich am Abend vorher nicht online kaufen. Am Automaten soll ich es holen. Morgens am Hauptbahnhof sagt mir der Automat, ich müsse es am Startbahnhof kaufen. Dieser Automat sagt, er kann mir das Ticket nicht verkaufen. Bitte was? Also steige ich ohne Ticket in den Zug, mit der Hoffnung auf die Schaffnerin. Auf der Bahn-Homepage habe ich extra nachgelesen, dass auch in Regionalzügen Tickets verkauft werden. Doch die beschränkte Frau von Schaffnerin wedelt mir mit ’nem Zettelchen vor der Nase rum. Sie dürfe mir kein Ticket verkaufen. Aha?! Ja, wie denn nun? Letztendlich kann sie sich dazu durchringen, da mein Jobticket für den Großraum gilt und für die Station bei der ich eingestiegen bin. Um mir das Ganze für den nächsten Morgen zu sparen, steigen wir am Hauptbahnhof aus und gehen zum DB-Reisezentrum. Ich wollte mir ein Ticket kaufen. „Das kann ich Ihnen erst vor Fahrtantritt verkaufen“ Ja wie denn nun? Ich soll das am Verkehrsverbund-Automaten machen. Na toll. Und unfreundlich war der Kerl auch noch, als ich ihn fragte, wie das komme. Daheim habe ich doch auch Tickets für eine spätere Fahrt kaufen können. Eine sinnvolle Erklärung konnte er mir nicht geben. Und ich frage mich, wie die Bahn den ganzen Kram eigentlich regelt.

Mittwoch. Da schicken sie die Leute eher zu einem Automaten als mit ihnen selbst zu reden. Na gut, der gibt wenigstens keine Widerworte. Der Ticketkauf ging relativ gut, auch wenn er mich nicht gefragt hat, was ich für eine Bahncard habe. Da gab’s offenbar Pauschal-Rabatt.

Donnerstag. Feierabend, Urlaub! Nur noch zum Hauptbahnhof, in den ICE und fahren lassen. Pünktlich komme ich an, nur um – mal wieder – zu lesen, dass der Zug 20 Minuten Verspätung hat. Wegen einer Streckensperrung. Die lassen sich doch immer wieder was Neues einfallen. (Nebenbei: Die Theorie, dass die Bahn Leichen kauft, um die Verspätungen zu begründen, finde ich überdenkenswert.) Nicht nur zu spät, sondern auch total überfüllt, kommt der Zug endlich an. Das übliche Gedränge um die Sitze und vor allem den Platz für die Koffer und Taschen geht mir heute noch mehr auf die Nerven als sonst. Die Schaffner trauen sich schon gar nicht mehr die Fahrkarten zu kontrollieren. Jedenfalls ist mir keiner begegnet auf der Strecke, auf der ich bei einer anderen Fahrt fünf Mal mein Ticket zeigen musste.

Wir danken für Ihr Verständnis und entschuldigen uns für eventuelle Unannehmlichkeiten, klingt bei solchen Erlebnissen nur noch wie blanker Hohn und Verarsche in meinen Ohren.

Ein Gedanke zu „„Wir danken für Ihr Verständnis.“

  1. Kibeth sagt:

    Ja ja…sowas kenne ich. Als ich im Sommer eine Freundin besuchen wollte, war auf meinem Umsteigeplan ein Gleis nicht angegeben. Also bin ich an besagtem Bahnhof zur Info und habe nachgefragt…nur leider wurde ich offenbar falsch informiert, denn als ich endlich glücklich im Zug saß, meinte der Schaffner, dass ich in die entgegengesetzte Richtung fahre. WTF?! Naja, das Ergebnis. Ich musste zurückfahren und saß 2 Stunden auf einem menscheleeren Bahnhof mitten in der Pampa fest (zum Glück war es tagüber).
    Und neulich beschloss der liebe Automat am Bahnhof, mir nur ein halbes Ticket auszudrucken. Allerdings bin ich vorher relativ selten regulär mit der Bahn gefahren und wusste daher nicht, dass es nicht vollständig war. Schließlich meinte der Schaffner, dass auf meiner Karte das Datum fehlt und sie daher ungültig ist. Uns als ich ihm zeigen wollte, dass das Datum unten sowieso nochmal steht, stieß ich auf taube Ohren. Naja, dann hat er sich „gnädig“ gezeigt und mich weiterfahren lassen, da ich offenbar ein Neuling war. Offenbar wissen also nichtmal die eigenen Mitarbeiter, wie eine Fahrkarte aufgebaut ist…
    Hmpf…ja ja, die Deutsche Bahn…

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