Das Fenster ist noch zu. Ich liege wach und überlege, ob die frische Luft vielleicht beim Einschlafen helfen könnte. Mein Freund liegt neben mir und schlummert schon. Irgendwann stupse ich ihn an, doch er wird nicht wach. Ich liege da und gucke die Decke an. Was ist es, was mich wach hält. Die Gedanken hüpfen, von dem Kapitel an dem ich gerade arbeite zum Vorstellungsgespräch. Vom Arzttermin in dieser Woche, der nur ein Kontrolltermin ist zum nächsten Arzttermin, den ich noch nicht gemacht habe. Obwohl ich es Anfang des Jahres meiner Ma versprochen habe. Wieder zurück zur Bachelorarbeit und meinem Zeitplan. Ich denke nach, was für mich kommt ab Herbst und weiß es nicht. Master-Studium oder doch Vollzeitstelle. Überlege, wovon ich meine Rechnungen bezahlen soll. Ich kuschel mich an meinen Freund, doch wirklich beruhigen tut es mich nicht. Ich denke über meine Freunde nach. Darüber, dass ich den Kontakt nicht verlieren möchte. Dass ich schon wochenlang nichts von meinem besten Freund gehört habe. Und in einem Moment plötzlich zentriert es sich. An dem Punkt am Hals, wo man per Daumendruck einen Menschen ersticken kann. Und ich fühle mich allein. Angst. Allein.
